// NEWS
//
PROJEKTE | 2018 | EIN LEBEN FÜR DEN AUGENBLICK

EIN LEBEN FÜR DEN AUGENBLICK

Die Bilder des Fotografen Tony Vaccaro

Autor & Regie:
Daniel Ast | Jürgen Ast

Redaktion:
Rolf Bergmann

Länge:
60'

Koproduktion:
astfilm productions | RBB

TONY VACCARO – EIN LEBEN FÜR DEN AUGENBLICK. Ein Leben fixiert auf den entscheidenden, flüchtigen Moment, den es festzuhalten galt. Lebensnah, vertraut, intim. Nicht nur dabei sein, sondern mitten im Geschehen - so machte der heute 95-jährige New Yorker Fotojournalist Tony Vaccaro seine Fotos. Zehntausende dieser fotografischen Augenblicke zählt sein Leben.

Vaccaro ist der letzte lebende bedeutende Foto-Chronist des II. Weltkrieges und der deutschen Nachkriegszeit. Später arbeitete er für die großen Magazine Life, Look und Flair. Seine Mode- und Porträtaufnahmen gingen um die Welt. Die Fotostorys waren damals Ereignisse, die Fotojournalisten die Story-Teller ihrer Zeit. Vaccaro, der im Film über sein Leben und seine Arbeit erzählt, war einer der brillantesten unter ihnen. Mit Vaccaros Augen sah ein Millionenpublikum Picasso, Jackson Pollock und Georgia O'Keeffe. Peggy Guggenheim, Grace Kelly und Sophia Loren, Maria Callas und Frank Lloyd Wright. Bilder von ungebrochener Wirkungskraft, die heute, in der Zeit der schnellen Fotos, der Selfies, des Internets und seiner Flut an Informationen und Bildern, zu Ikonen des Fotojournalismus geworden sind.

Vaccaros außergewöhnliche Karriere begann 1944 am Strand von Omaha Beach in der Normandie, als Soldat der 83. Infanteriedivision. D-Day hieß für ihn: In der einen Hand ein M1-Sturmgewehr in der anderen seine Argus C-3 Kamera. Auf dem Weg quer durch Europa machte er tausende Fotos, eine einmalige Dokumentation des Lebens und Sterbens im II. Weltkrieg. Bis 1949 blieb Vaccaro in Europa. Als Fotograf für 'The Stars and Stripes', die Zeitung der US-Army, wurde er zum Chronisten der Nachkriegszeit, der ersten Friedensjahre, besonders des zerstörten und langsam wieder Hoffnung schöpfenden Deutschlands. Immer wieder zog es Vaccaro auch in seine zweite Heimat Italien. Hier lebte er von 1925-39, hier kamen seine Eltern her. Es entstanden außergewöhnliche Fotos, ganz im Geist des Neorealismus.

Mit der Rückkehr in die USA startete Vaccaro in New York seine dritte Karriere, als Fashion- und Porträt-Fotograf. Drei Jahrzehnte füllten seine Foto-Storys die großen Glamour-Zeitschriften und Magazine. In den Fotos über die Twin Towers seiner Heimatstadt New York schließt sich für Vaccaro auch ein Kreis. Die ersten Aufnahmen entstanden schon in der Planungsphase des World Trade Centers, seine letzten Aufnahmen am 11. September 2001 als die Zwillingstürme in Flammen aufgingen. Über ein halbes Jahrhundert, nachdem er schon einmal den Krieg dokumentierte, hielt er wieder Bilder der Zerstörung fest.

Ein Foto-Film, der ein halbes Jahrhundert Weltgeschichte erzählt. Eine außergewöhnliche Dokumentation über ein außergewöhnliches Leben, betrachtet mit den Bildern von einem der letzten großen Magier des "Goldenen Zeitalters der Fotografie".