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// Video | Trailer "Die Schorfheide" aus der ARD-Reihe "Geheimnisvolle Orte"
(TV-Premiere: 09.03.2015 | ARD)

// Trailer zum Film "Die Schorfheide - Das Jagdgebiet der Mächtigen" aus der ARD-Reihe "Geheimnisvolle Orte" (u.a. mit Revierförster a.D. Günther Wlost und Erich Honeckers Leibwächter Bernd Brückner).

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PROJEKTE | 2013 | PROTOKOLL EINER SCHLIESSUNG

PROTOKOLL EINER SCHLIESSUNG

Das Ende der Forstwirtschaftlichen Fakultät Eberswalde - 1963

// 11. Filmfest Eberswalde ("Heimatfenster")

Autor & Regie:
Burghard Ciesla | Daniel Ast

Länge:
60'

Koproduktion:
astfilm productions | HNE Eberswalde

Im August 1962 ordnete die SED-Führung die Schließung der Forstwirtschaftlichen Fakultät Eberswalde der Humboldt-Universität an. Zum 1. September 1963 endete nach mehr als 130 Jahren die weltweit anerkannte Hochschullehre in der "Waldstadt". Schlussakkord. Das unwiderrufliche Aus für einen renommierten und traditionsreichen Ort der forstlichen Lehre und Forschung. Offiziell erfolgte die Auflösung aus Gründen der Konzentration und Vereinfachung der Hochschulausbildung. Doch die ökonomischen Argumente, mit denen von Oben die Fakultätsschließung begründet wurde, waren vorgeschoben. Einer der entscheidenden Vorwürfe lautete: "… wegen mangelhafter politischer Erziehung".

In den fünfziger Jahren geriet die Fakultät in die Ränkespiele des Kalten Krieges. Es gab wahre und vermeintliche Agenten, Parteifeinde, Informanten, Intrigen und Verleumdungen. Hunderte Berichte der Staatssicherheit. Studenten, Angestellte und Professoren wurden observiert, auch von Kollegen aus den eigenen Reihen. Es gab Exmatrikulationen, Verhaftungen und Verurteilungen. Viele flohen, solange es noch ging, in den Westen. Nach dem Mauerbau verschärfte sich die Lage noch mehr. Unter Vorsitz von Erich Honecker wurde 1962 auf einer Sitzung des Sekretariats des Zentralkomitees die Auflösung der Fakultät beschlossen.

In der Dokumentation erzählen zum ersten Mal ehemalige Studenten und Professoren ihre persönliche Geschichte und die ihrer "Alma Mater". Sie berichten von der Aufbruchsstimmung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, über ihre Hoffnungen, über das Studentenleben, die beginnenden Drangsalierungen und das neue politisch-ideologische Korsett. Mit ihren persönlichen Geschichten protokolieren sie die Schließung der Fakultät. Die Recherchen zum Film brachten auch neue Dokumente zum Vorschein, die zum Teil ein neues Licht auf die damaligen Ereignisse werfen. Erst nach 1990 konnten die forstliche Lehre und damit die Traditionen wieder nach Eberswalde zurückkehren. Die Hörsäle sind inzwischen gut gefüllt, heute gibt es wieder rund 2.000 Studenten und sie prägen das Eberswalder Stadtbild.

Die Dokumentation "Protokoll einer Schließung" entstand im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde im Rahmen der Gedenkveranstaltung zum 50. Jahrestag der Schließung der Fakultät und der dazugehörigen Tagung "... wegen mangelhafter politischer Erziehung" vom 22. Oktober 2013.