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// Video | Trailer "Die Schorfheide" aus der ARD-Reihe "Geheimnisvolle Orte"
(TV-Premiere: 09.03.2015 | ARD)

// Trailer zum Film "Die Schorfheide - Das Jagdgebiet der Mächtigen" aus der ARD-Reihe "Geheimnisvolle Orte" (u.a. mit Revierförster a.D. Günther Wlost und Erich Honeckers Leibwächter Bernd Brückner).

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PROJEKTE | 2004 | DIE GEKAUFTE FREIHEIT

DIE GEKAUFTE FREIHEIT

Häftlingsfreikauf im geteilten Deutschland

Autor & Regie:
Jürgen Ast

Redaktion:
Rolf Bergmann | Jens Stubenrauch

Länge:
2 x 45'

Produktion:
RBB // ARD

Es war eines der wohl geheimnisvollsten und später umstrittensten Geschäfte zwischen der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR. Von 1963 bis zur Wende wurden über 33.000 politische Häftlinge, die ohne Hoffnung und oft unter menschenunwürdigen Bedingungen in DDR-Gefängnissen saßen, von Bonn freigekauft. Gegen Diamanten, Erdöl, Südfrüchte und Devisen. Ein deutsch-deutscher Deal, der jahrzehntelang im Dunkeln blieb.

Machtkalkül und Menschenwürde, harter Poker und blindes Vertrauen, Geheimaktionen und Diplomatie, Geldumschläge und Deals unter dem Dach der Kirche, Parteiinteressen und Devisenhunger, das sind einige der Aspekte, die die Dramaturgie für die Geschichte liefern. Die  Mixtur geeignet für einen Politthriller aus den Spielfilmstudios, aber mehr als zwei Jahrzehnte war das alles realer Alltag im geteilten Deutschland.

Der erste Teil der Dokumentation erzählt von den Anfängen des Freikaufs politischer Häftlinge durch die Bundesrepublik 1963, bei der der Verleger Axel Springer eine wichtige Rolle spielte. Die erste Transaktion ging am S-Bahnhof Friedrichstrasse noch per Bargeld über die Bühne, acht Gefangene kamen damals frei. Ein Jahr später waren es schon über Hundert mal soviel, nun fuhren die Freigekauften mit Bussen über Herleshausen in den Westen.

Der zweite Teil beginnt mit dem sensationellen Treffen zwischen Honecker und Wehner im Mai 1973, durch das der Freikauf, der von der DDR für Monate ausgesetzt wurde,  wieder in Gang kommt. Er beleuchtet die Fragen ob politische Häftlinge von der DDR für das Geschäft produziert worden sind und ob man versucht hat auch Kriminelle mit unterzuschieben. Trotz KSZE und Entspannung, Honecker, der so sehr auf öffentliche Reputation achtete, konnte bis zu seinem Sturz nicht auf die Devisen, die die DDR  für die Freiheit ihrer politischen Häftlinge erhielt, verzichten. Erst im Dezember 1989 kommt der letzte politische Gefangene frei.